Der neue Glücksspielstaatsvertrag wirft seine Schatten voraus – ein Kommentar

Den 15. Oktober 2020 haben sich vermutlich die wenigsten Sportwetter in Deutschland im Kalender notiert. Dennoch stellt dieser Tag einen gewissen Einschnitt im Wettverhalten vieler dar.

Was sich mit dem Glücksspielstaatsvertrag ändert

Ab dem 15. Oktober beginnt eine Übergangsphase bis zum Einsetzen des neuen Glücksspielstaatsvertrags im Juli 2021. In dieser Übergangsphase müssen die in Deutschland agierenden Buchmacher Auflagen erfüllen um den Spielerschutz zu gewährleisten um auch am Ende des Tages Konzessionen zu erhalten. Denn in Zukunft dürfen nur noch Buchmacher mit gültiger Konzession ihr Geschäft in Deutschland betreiben.

Was hat sich seit dem 15. Oktober nun konkret geändert? Eins vorweg, die Umsetzung der zu erfüllenden Maßnahmen sieht bei den Buchmachern bislang recht unterschiedlich aus. Wir haben Buchmacher wo sich auf den ersten Blick kaum etwas verändert hat und andere Buchmacher haben offensichtlich alle Punkte umgesetzt die bis zum 15. Oktober zu erfüllen waren. Die unterschiedliche Herangehensweise der Buchmacher machte sich auch im Vorfeld bemerkbar. Einige wenige Buchmacher informierten 2-3 Tage vor dem 15. Oktober mit Mails ihre Kunden, hier aber mit Fokus auf Änderungen zum Livespielangebot (Roulette & Blackjack) welche nicht mehr angeboten werden dürfen. Die Änderungen für Sportwetten werden nicht weiter erwähnt.

  • 1.000 EUR Einzahlungslimit pro Monat
  • Panikknopf
  • Einschränkung des Wettangebots

Die Umsetzung der Änderungen in der Praxis

Mit diesen Punkten müssten wir uns nun konfrontiert sehen. Während das Einzahlungslimit so wie es aussieht von den meisten Buchmachern implementiert wurde, so haben wir den Panikkopf bislang bei so gut wie keinem Buchmacher entdecken können. Der Panikkopf hat die Funktion eines sofortigen Selbstausschlusses bei einem Buchmacher für mindestens 24 Stunden. Das Wettangebot insgesamt ist bis heute nach wie vor so verfügbar wie vor dem 15. Oktober. Einzelne Buchmacher haben ihr Wettangebot zwar ausgedünnt (Over/Under; Karten und Eckenwetten) sind hier die Schlagworte, dafür gibt es aber genügend Buchmacher die mindestens eine dieser Wettvarianten noch anbieten sowohl im Pre-Match- als auch im Livemarkt. Wer hier flexibel bei der Nutzung der Buchmacher ist, hat an diesem Punkt keine Einschränkung.

Die Umsetzung der Änderungen in der Praxis

Mit diesen Punkten müssten wir uns nun konfrontiert sehen. Während das Einzahlungslimit so wie es aussieht von den meisten Buchmachern implementiert wurde, so haben wir den Panikkopf bislang bei so gut wie keinem Buchmacher entdecken können. Der Panikkopf hat die Funktion eines sofortigen Selbstausschlusses bei einem Buchmacher für mindestens 24 Stunden. Das Wettangebot insgesamt ist bis heute nach wie vor so verfügbar wie vor dem 15. Oktober. Einzelne Buchmacher haben ihr Wettangebot zwar ausgedünnt (Over/Under; Karten und Eckenwetten) sind hier die Schlagworte, dafür gibt es aber genügend Buchmacher die mindestens eine dieser Wettvarianten noch anbieten sowohl im Pre-Match- als auch im Livemarkt. Wer hier flexibel bei der Nutzung der Buchmacher ist, hat an diesem Punkt keine Einschränkung.

Fluch oder Segen

Stand jetzt kann man beruhigt sagen, „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“.

Stand jetzt kann man sagen beunruhigt sagen, „Denn sie wissen nicht was sie tun!“.

Stellt man sich die Frage was der Sinn und Zweck vom Glücksspielstaatsvertrag ist, wird man sicherlich zu zwei Ergebnissen kommen.

Man möchte eine Regulierung des Sportwettenmarktes erreichen sowie den Spielerschutz stärken.

Die gut gemeinte Regulierung des Marktes stellt sicher auch eine Gefahr der Monopolisierung dar. Je nach Anzahl der vergebenen Konzessionen kann sich eine Marktkonzentrierung ergeben. Dennoch bleibt zu hoffen, dass sich das ein oder andere schwarze Schaf aus dem deutschen Markt zurückzieht.

Die Stärkung des Spielerschutzes und die halbgaren Maßnahmen, können momentan nicht mehr als ein stümperhafter Versuch sein, die Hausaufgaben zu machen.

Spielsucht ist eine nicht zu verharmlosende Sache, umso wichtiger ist es geeignete Maßnahmen für betroffene zu erarbeiten und bereitzustellen und nicht die breite Masse zu drangsalieren. Wenn ein Algorithmus in der Lage ist Millionen von Nutzern perfekte und individuelle Kaufempfehlungen vorzuschlagen, warum wird dann kein Algorithmus entwickelt der Spielsucht erkennt und daraus individuelle Maßnahmen ableitet?

Wo liegt der Nutzen für alle Sportwetter, wenn eine Einzahlungslimitierung von 1.000 EUR pro Monat besteht? Ist einem Spielsüchtigen nicht viel mehr geholfen, wenn er aufgrund seiner Verluste ein Limit erreicht und so mit seinem Spielverhalten konfrontiert wird und für den Rest des Monats nicht mehr spielen kann? Wenn auf die Verluste eine Limitierung gesetzt werden würde, so wäre ein Teil der Sportwetter außen vor, jene die Profitabel sind.

Der Panikknopf, wunderbar sinnlos. Was passiert, wenn wir einen alltäglichen Panikknopf nutzen, z.B. den Feuermelderknopf? In wenigen Minuten wird die Feuerwehr erscheinen, überprüfen ob eine Gefahrensituation vorliegt und sofern eine vorliegt wird sie tätig werden. Was passiert bei den Hausnotrufknöpfen, welche oftmals von Senioren genutzt werden. Sie erhalten innerhalb weniger Sekunden einen Anruf, wo geprüft wird ob eine Gefahrensituation vorliegt um ggfs. weitere Maßnahmen einzuleiten.

Und was geschieht bei den Buchmachern nach Aktivierung des Panikkopfs. Lapidar gesagt, 24 Stunden nichts, danach ist man einer möglichen Spielsucht weiter ausgesetzt.

Wenn dann auch richtig

Warum geht man hier nicht konsequent weiter? Nach Aktivierung ist ein Erstgespräch mit einer Suchtberatung obligatorisch. Sollte sich der Nutzer dagegen entscheiden, wird das Konto unwiderruflich gesperrt. So könnte konsequenter Spielerschutz aussehen.

Oder warum beraubt man Spieler mit einer Wettsteuer überhaupt der Möglichkeit Sportwetten profitabel betreiben zu können? Warum dürfen Buchmacher profitable Spieler limitieren, ohne dass der Gesetzgeber etwas dagegen unternimmt?

Es stellt sich zwangsläufig die Frage, wem am Ende des Tages mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag geholfen wird und wessen Interessen die gewichtigeren sind.

Denn sie wissen nicht was sie tun.

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